Raus aus der dunklen Ecke

Gepostet am 30. September 2006

Videojournalismus ist salonfähig. Doch wie weit? Es ist nicht lange her, da wurde das Outing, als solcher zu arbeiten, mit hochgezogenen Augenbrauen und sogar mit Kopfschütteln abgetan. Für mich galt immer das Maßstab, Ergebnisse zu liefern wie ein klassisches EB-Team. Die Experimentierfreudigkeit einiger Sender und Redaktionen lässt jedoch den Schluss zu, dass Videojournalismus heißt, die Erwartungen mal einfach zu reduzieren. Begründet wird das dann gerne mit niedrigeren Honoraren. Muss das sein?

2 Kommentare

  1. Die erste Regel muss sein, dass die Qualität des Ergebnisses mit der eines Teams mithalten kann. Und dann kommt aus meiner Sicht ein Element hinzu, das entscheidend ist: Flexibilität. Beispiel: Es soll eine Reportage über ein Ereignis oder eine Person erstellt werden und die Drehzeit wird mit einer Woche angesetzt. Im Team fallen allein Reisekosten an, die eine solche Produktion für einige Sender unmöglich machen. Der VJ erschließt sich Märkte, in dem er genau dort ansetzt, wo das Team aus Kostengründen nicht hinkommt. Bei Alltagsproduktionen sollte man sich nicht dumpen lassen, sondern mit einem Argument kommen, das zählt: Know-how. Wenn ich seit sieben Jahren an dem Thema arbeite, will ich die unzähligen Stunden des Experimentierens und Lernens auch bezahlt haben.

  2. Zumindest ist es so, dass sich einige Sender und Produktionen noch nicht mit den Möglichkeiten der VJs auskennen. Man sollte natürlich wissen wo die Stärken und Schwächen liegen.
    In der Tat muss der Videojournalismus aufpassen, nicht zu extrem niedriegen Kosten zu arbeiten. Als VJ kann man günstiger produzieren, doch sollten der Preiskampf nicht zu sehr in den Keller gehen.

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