Das Überspiel per Internet

Gepostet am 30. September 2006

Begonnen hat das FTP-Abenteuer vor fünf Jahren. Da horchte ich auf, als der Kollege Ulrich Sahm in Israel erste Versuche des Überspiels per Internet unternahm. In Gesprächen mit den Technikern hörte ich von Problemen, gerade was die Tonspuren und die Bildqualität anging. Die Schwachstelle war also zunächst das Programm, das aus dem digital geschnittenen Beitrag eine kompakte MPEG2-Datei machte. Motiviert durch die Möglichkeiten, die ich erahnte, suchte ich mit den Technikern bei n-tv nach Programmen und wir fanden sie. Problem gelöst, obwohl die Bildqualität noch nicht richtig gut war. Doch das nächste Problem kam sofort: Die Leitung. Im Jahr 2001 (das ist noch nicht so lange her) gab es ADSL-Leitungen mit einer Höchstgeschwindigkeit von 256 Kilobits. Allerdings nur für Daten, die aus dem Internet herunter geladen wurden. Für den Versand kamen wir auf 128 Kilobit. Zwei Stunden für einen Einsdreißiger – Billiger als der Satellit war es schon, doch nicht viel mehr. Die Verbindung zum Server erfolgte schon damals kennwortgeschützt und mit einem bis heute bewährten FTP-Programm, Cute FTP. Bei einer Unterbrechung setzt das Programm an dem letzten Punkt an und beginnt nicht von vorne.

Der nächste große Schritt erfolgte im Jahr 2004, als das benutzte Schnittprogramm Pinnacle Liquid Edition seinen MPEG2-Encoder verbesserte. Mit der Version 5.62 war es also möglich, auf ein Zusatzprogramm zu verzichten und Schnitt und Umwandlung in die zu versendende Datei mit einer Software zu erledigen. In der Zwischenzeit wuchs die Leitungsgeschwindigkeit. Im Homeoffice hatte ich nun eine Versandgeschwindigkeit von rund 350 Kilobit, der Einsdreißiger brauchte nur noch 50 Minuten. Heute steht uns in Madrid eine Geschwindigkeit von verlässlichen 700 Kilobit zur Verfügung. Der Einsdreißiger braucht etwa 22 Minuten, ein Aufsager ist aber schon in weniger als 10 Minuten in Köln auf dem Server, geschwindigkeitsoptimiert durch eine reduzierte Datenrate der MPEG2-Datei. Obwohl n-tv technischen Neuerungen immer aufgeschlossen gewesen ist, galt es, besonders den Redakteuren die Vorteile und Verfahren zu erklären. Nach fünf Jahren ist es nun eine Selbstverständlichkeit, doch eben nicht nur von den Studios aus, sondern von jedem Punkt, an dem Nachrichten passieren und eine gute Internetverbindung in der Nähe ist.

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